Montag, 13.11.2017

 

Eigentlich hatte ich mir den Tag ganz anders vorgestellt: Morgens Abfahrt von Tomohon zum Flughafen nach Manado, dort einchecken und mit einem letzten Blick über die Stadt die GMIM in Richtung Singapur verlassen, vielleicht ein wenig schlafen und die letzten Tage in Gedanken vorüber ziehen lassen am Beginn der langen Rückreise.

 

Aber wie immer in diesen Tagen überraschten uns unsere Gastgeber und es wurde ein turbulenter Morgen:

Nach dem Abschied in unseren verschiedenen Quartieren trafen wir uns am Wale Oekumene, um die Fahrt nach Manado gemeinsam anzutreten. Und wie vom Bürgermeister am Abend zuvor angekündigt – was ich nicht wirklich geglaubt hatte – setzte sich ein Polizeibus vor uns und bahnte uns den Weg die Gebirgsstraße hinunter mit Blaulicht und einer Sirene, die an die Musik von Star Wars erinnerte. Dass man auf dieser sowieso schon schmalen Straße eine dritte Fahrspur kreieren könnte, hatte ich mir ebenfalls nicht vorstellen können. Ging aber!

 

Eigentlich waren wir rechtzeitig losgefahren; so schnell, dass es einigen schlecht wurde,  musste die Fahrt gar nicht sein...Aber auch hier hatten wir unsere Gastgeber unterschätzt: Nicht zum Flughafen ging es, sondern zu einem besonders schönen Aussichtspunkt oberhalb von Manado mit Blick auf die Stadt und die vorgelagerten Inseln wie Bunaken. Schööön! Nachdem nun auch der Bürgermeister zu uns gestoßen war, entstanden Fotos, die sich am nächsten Tag auf der Titelseite der Manado Post wiederfanden!

 

Doch damit nicht genug: Nächster Stopp war das Nobel-Restaurant Pondok Hijau, in das uns der Bürgermeister zum feinen Mittagessen einlud, begleitet von einer Reihe städtischer Angestellter, die streng über unser Wohlergehen wachten. Letzte Geschenke wechselten die Taschen. Die Koffer wurden zwischenzeitlich von unseren Gastgebern schon eingecheckt, sodass wir erst kurz vor dem Abflug fürsorglich begleitet am Flughafen eintreffen mussten, um durch die Sicherheitskontrollen zu gehen, uns von allen zu verabschieden und das Flugzeug nach Singapur zu besteigen.

 

Voller bunter, manchmal bizarrer, oft auch widersprüchlicher Eindrücke verließen wir Indonesien, vor allem aber überwältigt von der Gastfreundschaft, die uns während unseres Aufenthaltes von so vielen Menschen selbstverständlich entgegengebracht worden war.

 

Und dann sechs Stunden Aufenthalt in Singapur bis zum Flug nach Frankfurt: Zeit zum Shoppen, shoppen, shoppen, Ausruhen, Pizza essen, Singapur Sling trinken. Klaus allerdings bestieg ein Taxi Richtung Stadt und betrachtete sich die Citylights vom 54. Stockwerk eines Hochhauses aus.

 

Pünktlich um Mitternacht verließ unser Flugzeug Singapur zum letzten Abschnitt eines aufregenden und anregenden Pastoralkollegs. Jetzt war nur noch Schlafen angesagt.

   

Andrea Braunberger-Myers