10. November 2017

 

Nach einem wunderschönen Abend mit schöner Musik und etwas Bettschwere waren die Aussichten auf eine ruhige Nacht eigentlich nicht schlecht. Der Platz, um den sich die Hütten gruppierten lag in einer gewissen Grundhelligkeit. Der Mond schien. Die Geräusche des Dschungels waren zu hören. Es war eine Idylle.

Die Ruhe der Nacht wurde dann jäh durch einen Knall, der sich nochmal wiederholte, unterbrochen. So begann der 10. November 2017. Durch den Knall, der sich anhörte als würden Bäume gefällt, war ich hell wach. Ich lauschte den Geräuschen der Nacht: Das Schnalzen der Geckos, in der Ferne krähten Hähne, Vögel und dazu gesellte sich dann noch das Muhen einer Kuh.

 

Nachdem die Elektrizität weg war, verfiel das Lager in absolute Dunkelheit, wodurch die Geräusche des Dschungels noch intensiver wurden.

Später wurden den Stimmen laut auf dem Campus und es war große Unruhe im Dorf. Insgesamt war der Beginn dieses Tages sehr bewegt. Am Morgen stellte sich dann heraus, dass zwei Mitglieder unserer Gruppe sich verletzt hatten und ins Krankenhaus mussten.

Und der Knall kam durch eine Jagd auf Fledermäuse, die in diese Gegend als Delikatesse betrachtet werden.

Nach dieser bewegten Nacht hatten wir uns das Frühstück richtig verdient. Es wurden leckere Pfannkuchen mit Obst gereicht. Jeder Pfannkuchen wurde einzeln mit viel Liebe hergestellt und serviert.

 

Die Gruppe teilte sich. Einige wollten die Gegend und den Strand zu Fuß erkunden, Muscheln und Fotomotive suchen. Anderen bot sich die Gelegenheit, nochmal einen Ausflug zum Riff zu machen und zu schnorcheln. An zwei Stellen wurden wir ins Wasser gelassen und konnten die herrliche Unterwasserwelt genießen. Zum Abschluss steuerten wir noch einen Hafen an, wo wir aus Kokosnüssen tranken und Unmengen frittierter Bananen vertilgten. Dann ging es zurück zur Lounge.

 

Nach dem Mittagessen konnten wir noch duschen und uns von dem Salzwasser befreien. Das Boot kam und es hieß Abschied nehmen aus dem Paradies. Die Überfahrt war ruhig und wir landeten im Hafen von Manado. Ein besonderer Service war, dass wir schon an Land mit kühlen Getränken erwartet wurden.

Das Treiben in einem Hafen ist besonders interessant. Schon wurden wir auf zwei Autos verteilt und es ging zu den Gebäuden des Gouverneurs von Minahasa. Dort war eine große Versammlung der neugewählten Kirchenvorsteher/in, eine Art erste Fortbildung über Aufgaben und Möglichkeiten des Amtes des Kirchenvorstehers/in. 500 schick gekleidete Menschen erwarteten uns in einer großen Halle. Wir kamen frisch vom Strand und von der Insel. Ein Problem, dass dort erörtert wurde, war wohl das Verbot der Wahl von Geschiedenen zum Kirchenvorsteher/in. Nach einer Ansprache von Propst Schütz und Gesang kam eine Vorstellungsrunde, in der sich jeder von uns mit Namen und seinem Arbeitsgebiet vorstellte. Anschließend empfing uns der Kirchenpräsident in den Räumen des Gouverneurs.

 

Nach der „Pflicht“ wurden wir in eine Mall mit künstlichem Himmel gefahren und nun war Shopping angesagt. Hemden, Gewürze, Kaffee usw. wurden als Souvenir und Geschenke eingekauft.

 

Spät abends erreichten wir Tomohon und besuchten noch eine Gemeinde, die sich mit dem Essen nach uns gerichtet hatte. Die Pfarrfamilie kümmerte sich herzlich um uns und das Essen war verdient und lecker.

Kurz vor Mitternacht erreichten wir dann unsere Unterkunft. Die Gastgeberin kam verschlafen an die Tür und öffnete uns erstaunt. Auch diese Nacht sollte kurz werden, weil es am nächsten Morgen schon früh zu einem Naturpark gehen sollte.

 

 

Matthias Bender