Unser Abreisetag

 

Abfug am Donnerstag, dem 2. November 2017 um 11.40 Uhr nach Singapur, dann weiter nach Manado. 

Dort kommen wir am Freitag um 13.05 Uhr an. Der Zeitunterschied zu Deutschland beträgt 6 Stunden.

 

 

Juli Zeh:

 

Reisen ist, wenn man Dinge erlebt, an die man sich ein Lebtag zu erinnern glaubt und die man,

kaum zuhause , sofort wieder vergisst. (Aus: Die Stille ist ein Geräusch)

 

Na ja......es gibt Frauen unter uns, die am Ende des Tages behaupten, dem wäre ganz sicher nicht so.... aber der Reihe nach:

 

Überpünktlich haben sich die Pastoralkollegas vor dem Schalter  der Singapore -Airline getroffen, eingecheckt und dann in die Flughafen Kapelle begeben. Gesegnet ging’s zum Boarding. Zwischendrin gab es immer wieder einen genüsslich schaurigen Austausch aller Horror-Geschichten über das anspruchsvolle sulawesische Essen ( man isst alles was vier Beine hat, außer dem Tisch und die Stühle ). Sprüche kursierten, man wolle schnell noch einmal eine Stulle essen, bevor dann Hund und Katze.... na ja. Durchfälle, Magenkrämpfe und der Austausch über das Gewicht des Reisegepäcks waren auch Gesprächsinhalte. Das Körpergewicht des Gegenübers wurde dabei stillschweigend geschätzt. 

Nach geglücktem Start haben wir die Bordspeisekarte studiert, mit Freude wurde gesehen, dass es Weißwein und Singapore Sling als Bordcocktail gibt. Während wir (Teile der Reihe 65) unseren Singapore Sling schlürften, zeigt der Bordcomputer, dass wir Syrien nördlich umfliegen, Kabul südlich unterfliegen. Das fühlt sich elend und zynisch an, wir leben in einer zerrissenen Welt und müssen dies täglich erleben. 

Während des Flugs findet sich vor den Toiletten eine spontane Gymnastik Gruppe , der Kollege hinter mir korrigiert einen Stapel Klassenarbeiten, der Kollege neben mir gibt das Vokabellerner der Bahasa Indonesia spontan auf. 

Irgendwann landen wir in Singapore , sehen die erste Weihnachtsdekoration und decken  uns im Duty Free mit Lippenstift und Alkohol 40% plus ein. Wir fliegen weiter nach Manado , und dort ist es sehr sehr schwül! Lustig ist, dass sich der immigration officer wundert, dass so viele von uns 

im gleichen „Office“ schlafen wollen bzw. sollen.

Haha. Hätten wir ja nicht geglaubt, dass es tatsächlich so kommen würde.

Gut biblisch und in der Nachfolge des lieben Herrn Jesus wurde durch die Gastgeber „die Füchse haben Gruben, und die Vögel haben Nester, doch die Menschengeschwister haben nichts wohin sie ihr müdes Haupt betten können“ ( ohne in die Allergie - Starre zu fallen) in Realität umgesetzt. Die GMIM hat uns einen neuen Zugang zum  Aussegnungswort „ Wir haben hier keine bleibende Statt, aber die Zukünftige suchen wir“ geschenkt. Wir danken. Herzlich.

Ein happy end gibts natürlich: nach rund 36 Stunden haben wir alle ein Bett bekommen und der officer vom Airport hat für mindestens die Hälfte von recht behalten: viele sind im wale oekumene ( girls only) und in einem anderen Gästehaus untergekommen.

 

Sabine Färber-Awischus