9.11. 2017

Raus auf die kleine Insel zwischendurch

 

Jetzt kommt eine kleine Unterbrechung vom intensiven Kirchenbesuchsprogramm: Eineinhalb Tage auf der Insel Bunaken, ein Taucherparadies mit Südsee-feeling direkt vor Manadu.

 

Aber, auch dieses Paradies will erst einmal erreicht werden. Die übliche logistische Herausforderung. Deshalb zur Sicherheit das Kommando: fünf Uhr Abholung an den Quartieren. Und siehe da, auf verschlungenen Pfaden - die Wege des Herren sind unerforschlich - und wie immer etwas anders als zuvor geplant, sitzen wir zum Schluss alle in zwei Bussen Richtung Manado.

 

Alle sind mit knappem Gepäck dabei, aber natürlich trotzdem voll ausgerüstet. Die wichtigsten Utensilien sind direkt am Mann (Foto).

 

Der Ausflug in die Welt außerhalb der Kirche vermittelt durch die Fensterscheiben des Busses nicht soooo viel. Aber immerhin, die einstündige Fahrt bringt ein paar Eindrücke: eine Landstraße mit perfektem Belag, riesige Villen, kleine Wohnhütten und viele (vornehmlich protestantische) Kirchen. Und alles muss sich ständig Platz schaffen gegenüber einer grünen Natur, die mit ihrer Kraft schier nicht weiß wohin.

 

Erster Stopp ist „Selamat Pagi“ - „Gesegneter/guten Morgen“. Dem Namen entsprechend nehmen wir dort unser Frühstück ein. Es hätte aber auch jede andere Mahlzeit sein können, denn das Lokal ist im zwei-Schicht-Betrieb 24 Stunden am Tag geöffnet. Lecker war´s und mit umgerechnet zwei Euro fünfzig (wenn ich mich recht erinnere) pro Nase sind wir dabei (wird aus der Klassenkasse bezahlt).

 

Jetzt aber winkt die Erholungsphase unseres Aufenthalts mit Macht: „North Sulawesi Dive Paradiese“. Dass zugleich offenbar „the pirates of the caribbean“ drohen, soll uns nicht schrecken. Eine wunderschöne Überfahrt auf einem kleinen blauen Boot, auf das wir all grade gut passen, bringt uns zu unserem Ziel, die kleine Ferienanlage von Lorenso. Sie ist ebenso einfach wie idyllisch: Eine Handvoll kleine Hüttchen, ein simples Restaurant, Ausleihe zum Schnorcheln  und einen singenden Wirt mit kleiner Band.

 

Nachdem alle mit dem passenden Gerät versorgt sind, geht es als erstes sofort ins Wasser zum bunte Fische, Korallen und - wer Glück hatte - richtig große Meereschildkröten gucken. Wunderar. So läßt sich auch die feuchte Hitze am besten aushalten, indem man sich selbst ins Wasser legt.

 

Logischerweise gibt das einen Riesenhunger, der bei aller Wärme das Mittagessen locker reintreibt. Wäre aber gar nicht nötig gewesen, weil es sowieso prima schmeckt, zumal in diesem Ambiente mit Kokospalmen und Wellenschlag.

 

Nach Mittagsschläfchen, das trotz irrer Schwüle doch irgendwie geht, raffen sich die meisten zu einem halbstündigen Spaziergang ins nächste (und einzige) Dorf auf. Die Mühe wird mit einem wahnsinnigen, anhaltenden Regenguss belohnt. Manche fanden gleich in einem Kaffee Unterschlupf. Andere fanden Zuflucht bei den Toten: Komfortable Grabstätten gebaut wie kleine Häuser boten prima Schutz direkt am Wegesrand.

 

Das kleine Abenteuer wird durch die Heimfahrt komplettiert. Ein Exemplar des größten Fahrzeugs, das hier erlaubt ist - mehr als drei Räder geht nicht - bringt uns auf der Ladefläche mit Sitzbänken dieses tollen Mopeds durch Regen und Finsternis zurück.

 

Schließlich noch das abschließende Highlight nach dem Abendessen: Zwei Ukulelen mit Gesang und ein selbstgebauter, einsaitiger Bass. Lorenzo mit seinen Freunden bringt einfühlsam wunderbare Lieder und Stimmung auf, so dass manche sogar den Sandboden zur Tanzfläche verwandeln.

 

Tja, das war er - jedenfalls von dem, was ich mitbekommen habe -, der erste ganz andere Tag unseres Pastoralkollegs.

 

 

Klaus Bartl